Adocom und Kununu – Die Serie Teil 1

09 Apr
2015

Bereits vor einigen Tagen gab es unter dem Titel „Adocom und Kununu – was Arbeitgeber-Bewertungen wirklich sagen“ einen Artikel zu diesem – aktuell sehr brandheißen – Thema. Darüber hinaus bezog Geschäftsführer Gernot Nowack auch in diversen Pressemitteilungen hierzu bereits Stellung. Gleichzeitig kündigte er eine zeitnahe Blog-Serie zum Thema „Adocom und Kununu“ an.

Ab heute gehen wir damit an den Start und möchten auf das Problem solcher Bewertungs-Portale – insbesondere der Plattform Kununu – einmal etwas näher eingehen.

Um dabei möglichst „neutral“ zu bleiben, haben wir einen unserer ehemaligen Führungskräfte, welcher heute als unabhängiger Berater tätig ist, gebeten, die Dinge aus seiner „externen“ Sicht zu schildern.

Hier nun sein Tatsachen-Bericht:

Ein herzliches Hallo an das Adocom-Team, alle Partner-Unternehmen, potentielle Bewerber und alle sonstigen Interessierten,

vorab: auch ich habe das Unternehmen im März 2009 aufgrund verschiedentlicher Differenzen verlassen. Letztendlich ließen sich die zu diesem Zeitpunkt gemeinsam gesteckten Ziele nicht (mehr) erreichen. Das heißt aber nicht, dass ich das Unternehmen Adocom deswegen als „schlecht“ empfunden habe. Ganz im Gegenteil.

Sicher war ich mit bestimmten Dingen und Vorgehensweisen innerhalb von Adocom nicht (mehr) einverstanden. Letztendlich konnte ich aber auch nicht erwarten, meine persönlichen Pläne und Ansichten immer 100% umsetzen zu können. Es war ja auch nicht „meine“ Firma.

Insofern gab es für mich 2 Möglichkeiten: 1) mich entweder anzupassen, oder 2) mich zu trennen und dann „allein“ bzw. „selber“ etwas anderes zu machen. Deswegen bin ich auch gegangen.

Wenn ich mir die weitere Entwicklung von Adocom und darüber hinaus aktuelle Presseartikel wie „12 Jahre Adocom und kein bisschen leise“ anschaue, kann ich auch heute nur sagen: auch wenn noch lange nicht alles gut ist – ist es doch auch gar nicht so schlecht!

Umso mehr ärgert es mich, was ich dann in solchen Arbeitgeber-Bewertungs-Portalen wie Kununu teilweise lesen muss. Andererseits wundert mich das auch nicht, war ich ja selbst fast 20 Jahre im „aktiven“ Vertrieb tätig, hatte die Verantwortung für bis zu 180 Mitarbeiter und kenne daher die unterschiedlichsten Charaktere und Mentalitäten nur zu gut.

Klar, dass nicht Jede/r für einen solchen Vertriebs-Job geeignet und auch das eigene Leistungs- und Antriebsvermögen durchaus sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Im Prinzip ist auch jede/r Vertriebsmitarbeiter/in vor dem aller-ersten Vertriebs-Job zunächst ein Quereinsteiger. Insofern „steigt“ auch ein großer Teil (wie in anderen Berufs-Sparten auch) früher oder später wieder aus.

Insofern kann man festhalten, dass negative Bewertungen und die dazu entsprechenden Kommentare auf Plattformen wie Kununu meist von ausgeschiedenen Mitarbeitern stammen. Oftmals versuchen diese Leute dann, das eigene Versagen zu kompensieren, um sich selber besser zu fühlen: „Die Firma ist schuld – ich nicht! –  Ich habe alles richtig gemacht – die Firma alles falsch!“ Und oft wird dann noch kräftig nachgetreten.

Was soll man also von solchen Bewertungen wie „Nie wieder! Finger weg!“ oder „eins zwei drei (m)nein“ halten?
Ganz einfach: Gar nichts! Denn was ich in solchen Kommentaren auf Kununu teilweise lese, hat mit konstruktiver Bewertung und Kritik nicht mehr viel zu tun. Noch schlimmer, wenn diverse „Bewerter“ kommentarlos – also ohne jegliche Begründung – nach Belieben lediglich nur 1 oder 2 „Sterne“ vergeben. In der Schule würden diese bei solch einer „Arbeit“ mit einer glatten „Sechs“ komplett durchfallen.

Daher möchte ich nun – aus meiner persönlichen Sicht – auf die einzelnen Punkte der Kununu-Bewertungs-Plattform näher eingehen.

Vorgesetztenverhalten

Die Kommunikation mit den beiden Geschäftsführern Andreas Döring und Gernot Nowack stand immer auf solider und professioneller Basis. Dies ist auch heute der Fall. Letztendlich kannte ich beide Geschäftsführer schon vorher – und das seit vielen Jahren. Hin und wieder trifft man sich und spricht über Geschäftliches – wie zum Teil auch über Privates. Daher habe ich – nach wie vor – einen relativ guten Einblick in die Geschicke der Firma. Dass wir uns – vor allem wegen der Trennung im Jahre 2009 – eine gewisse Zeit komplett aus dem Weg gegangen sind, empfinde ich auch heute als ganz normal.

Eine Firma wie die Adocom nicht zu mögen und in Bewertungsportalen wie Kununu „fundiert“ zu zerreißen, ist völlig legitim. Die Betonung liegt dabei auf „FUNDIERT“! Doch was manche dort als Bewertung ausgeben, hat aus meiner Sicht schon teilweise Mobbing-Qualität und verbreitet obendrein – wie in einigen Kommentaren deutlich zu lesen – lediglich Vermutungen, Verleumdungen wie auch schlichtweg falsche Behauptungen.

Dass bei den meisten Unternehmen – wie auch bei der Adocom – nicht alles zu 100% rund läuft, ist nun mal eine Tatsache. Daher kann und soll es auf Kununu auch nicht überall 5 Sterne geben. Aber 3 Sterne (oder deutlich darunter) finde ich in vielen Fällen als unangemessen, unfair und damit deutlich zu wenig.

Letztendlich besteht bei der Adocom jederzeit der Anspruch, sich nachhaltig zu verbessern. Ich kann zu 100% versichern, dass den beiden Geschäftsführern Andreas Döring und Gernot Nowack nichts wichtiger als dieser Punkt ist.

Dass aktive Mitarbeiter ein Unternehmen – verbunden mit dem Vorgesetztenverhalten – in der Regel toll finden und dies auch so ausdrücken, kann man erwarten.  Insbesondere, wenn die Mitarbeiter das auch tatsächlich so empfinden.  Warum sollte ein Mitarbeiter, der seine Arbeit tut, von den Geschäftsführern auch schlecht behandelt werden oder negativ über die Firma reden? Auch ich kann ein schlechtes Verhalten, wie mancher „Bewerter“ in Kununu behauptet, nicht bestätigen. Ganz im Gegenteil. Auch aus den aktuellen Mitarbeiter-Interviews ist zu entnehmen, dass die „Vorgesetzten“ alles Mögliche für ihre Mitarbeiter tun.

Allerdings: wenn Mitarbeiter nachhaltig ihre Arbeit nicht (richtig) machen, wird sich auch bei der Adocom – wie in jeder Firma –  die Freundlichkeit früher oder später in Grenzen halten. Ich selbst habe in meiner aktiven Zeit als Vertriebsleiter nicht nur Mitarbeiter eingestellt, sondern auch viele – insbesondere wegen ihrer „Unproduktivität“, „Unprofessionalität“ oder anderen nicht akzeptablen Verhaltens wieder entlassen müssen. Aber ist das nicht überall so?

Insofern sind gerade bei einer Trennung negative Emotionen mehr als menschlich.  Die Frage ist nur, wie mancher Mitarbeiter oder Bewerber im Nachgang damit umgeht. So wird dann von „Ex-Mitarbeiter-Seite“ auch schnell „verbal“ um sich geschlagen. Auch das muss ich leider bestätigen…

Kein/e vernünftige/r Mann oder Frau würde nach einer Trennung vom Lebens-Partner (egal wie diese Trennung tatsächlich verlaufen ist) im Nachgang schmutzige Wäsche über den anderen waschen. Soll heißen: Auf Nachfrage sagt man dann entweder gar nichts bzw. so etwas wie: „Das hat einfach nicht gepasst.“ oder man begründet sein Statement dazu „fundiert“. Auf keinen Fall zieht man die andere Seite in den Schmutz. Oft passt auch eine Lebens-Partnerschaft früher oder später einfach nicht mehr zusammen. Das hat – wie überall –  seine Gründe und ist eben auch bei Firmen-Partnerschaften (Angestellter vs. Firma) genau das Gleiche.

Ich kann mich daher meiner Auffassung nicht erwehren, dass manche „Bewerter“ nur durch gewisse „Moment-Aufnahmen“, „Emotionen“, „Behauptungen“ oder auch lediglich bloßen „Vermutungen“ die Firma Adocom in einem völlig falschen Licht darstellen. Weiter stellt sich mir die Frage, ob ein Mitarbeiter, der tatsächlich nur wenige Tage oder Wochen im Assessment oder in der Einarbeitung tätig war, eine Firma tatsächlich fundiert einschätzen – geschweige denn vernünftig bewerten kann.

Für Bewerber: Wenn sich „Bewerber“ nach einem einstündigem Bewerbungs-Gespräch nur „abwertend“ über eine Firma äussern, dies aber weder vernünftig begründen noch mit sachlich konkreten und vor allem wahrheitsgemäßen Details belegen können, stellt sich mir auch hier die Frage, was von einer solchen Bewertung zu halten ist. Wie auch soll ein „Bewerber“ nach einem einstündigen „Kennenlern-Gespräch“ eine Firma tatsächlich „fundiert“ beurteilen können…

Nochmals: wenn ein Mitarbeiter auf der einen – oder eine Firma auf der anderen Seite – früher oder später feststellt, dass es nicht passt: „Was sind tatsächlich die Gründe?“.

Abgesehen davon, dass auf diesen Arbeitgeber-Bewertungs-Portalen jeder – unter dem Deckmantel der Anonymität – nach Belieben seine Bewertung gestalten und über Firmen „herziehen“ kann, sollte aus meiner Sicht – als Gegenpool –  auch mal ein „Bewerber-Beurteilungs-Portal“ ins Leben gerufen werden. Dort könnten dann Firmen „beliebig“ über Ex-Mitarbeiter und Bewerber „herziehen“. Da würden einige (vor allem diejenigen, welche sich auf Kununu unprofessionell über Firmen auslassen) gar nicht gut abschneiden. Ich persönlich würde mich freuen, wenn sich der Gesetzgeber auch darüber mal Gedanken machen und diese bisherige  „Einseitigkeit“ aufheben würde.

Insofern betrachte ich „zu negative“ – gleichzeitig aber auch „zu positive“ – Bewertungen immer mit entsprechendem Abstand. Wenn 50% aller Menschen eine Sache richtig gut – und die anderen 50% richtig schlecht finden, stellt sich immer die Frage, wie dann tatsächlich zu bewerten ist. Dazu muss man sich mit der Angelegenheit vernünftig beschäftigen, um diese auch „fundiert“ beurteilen zu können. Gerade bei Arbeitgeber-Bewertungen ist dies leider aus meiner Sicht oftmals nicht der Fall. Aus vielen „schlechten“ Bewertungen (wie eben auch bei der Firma Adocom) schreit das emotionale „Nachtreten“ förmlich heraus: man wünscht der Adocom und den Geschäftsführern nichts Gutes und möchte denen einfach nur schaden. Ich halte das keineswegs für korrekt.

Wer heute eine neue berufliche Herausforderung sucht und sich u.a. mit Bewertungs-Portalen beschäftigt, wird selbst bei den Global-Playern nicht immer nur Positives lesen.  Wer von einer Firma – aus welchen Gründen auch immer – entweder entlassen wird oder sich dort selbst verabschiedet, wird darauf nicht immer nur mit positiven Gefühlen reagieren. Wer dann aber in Bewertungs-Portalen nur unsachlich seinen Frust ablässt, begeht definitiv einen Fehler.

Eine reine „Frust-Bewertung“ kann für die vernünftige Reputation einer Firma gegenüber einem „neuen“ Bewerber (der sich gerade für eine dort ausgeschriebene Stelle interessiert) nicht der richtige Weg sein. Haben diese „Ex-Mitarbeiter“ bei ihrer Bewertung auch mal darüber nachgedacht, dass sich ein neuer Bewerber aufgrund eines falschen Eindrucks seinen zukünftigen Weg und eine mögliche Karriere damit selbst verbauen könnte?

Wie schon gesagt: ich war selbst als leitender Angestellter bei verschiedenen Firmen tätig und habe mich früher oder später von diesen Firmen auch wieder verabschiedet. Dies passierte in der Regel aber nicht, weil ich die Unternehmen „schlecht“ fand, sondern vielmehr, um mich persönlich weiterzuentwickeln. Bei mindestens zwei dieser Unternehmen habe ich an meinem letzten Arbeits-Tag (so auch 2009 bei der Adocom) noch Mitarbeiter eingestellt, die genau in diesen Unternehmen, welches ich am gleichen Tag verlassen habe, im Anschluss dort „Karriere“ gemacht haben…

Daher stellt sich nochmals die Frage: warum finden ausgeschiedene Mitarbeiter im Nachgang oftmals alles schlecht und aktive Mitarbeiter meist alles gut? Was ist richtig – was ist falsch?
Nicht zuletzt deswegen kann ich jedem potentiellen Bewerber/in nur empfehlen, sich – unvoreingenommen – selbst vor Ort ein Bild von Adocom zu machen.

Abschließend möchte ich nochmals das Beispiel von „Frau“ & „Mann“ bringen, welche gerade einen neuen Partner suchen: hier passt auch nicht jede/r mit jedem zusammen. Das muss man probieren. Und wer sich heute von seinem Mann oder seiner Frau trennt: Muss der verlassene Partner für „Andere“ dann (nur noch) schlecht sein? Das tägliche Leben beweist sehr oft das Gegenteil.

Jede/r muss – nicht nur in der privaten Partnerschaft, sondern vor allem auch im Berufsleben – seinen Weg finden. Und im Falle der Erfolgslosigkeit im Nachgang über Firmen, bei denen es nicht gepasst oder man als Mitarbeiter selbst versagt hat, herzuziehen? Das ist einfach. Aber nicht professionell. Auch darüber sollten diese „Bewerter“ einmal nachdenken.

In diesem Sinne…

Herzliche Grüße
Ihr Thomas Benedikt

hier gehts es weiter mit Teil 2 „Kollegenzusammenhalt“

(Bild: Tim Reckmann  / pixelio.de)

2 Comments

  1. Thomas Kroll | 13. April 2015 at 13:09

    Vielen Dank für diesen Beitrag.
    Endlich jemand der das ausspricht, was ich denke.

    • admin | 13. April 2015 at 13:29

      Die Serie geht weiter. Letztendlich möchten wir das Bild der Adocom so zeichnen, wie es wirklich ist.

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